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Buch mit 120 Weltkriegssoldaten

Eine spannende (Zeit)Reise in die Erinnerung
von 120 ehemaligen Weltkriegssoldaten,
erschienen in dem Buch
"Eine Generation verabschiedet sich"
von Jürgen Klosa

Das Buch ist vergriffen!

...Dieses Buch ist allen großen und kleinen "Kindern" gewidmet, die in den (Schicksals)Sturm des Lebens geraten sind, als Aufforderung, ihnen nur zuzuhören. 

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Zeitzeugen aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges - Menschen die zu 95 % schon verstorben sind, erzählen ihre ganz persönlichen Geschichten und Elebnisse. Die Gespräche wurden im Jahr 2003 geführt.

Dieses heute so in der Form nicht mehr mögliche Projekt, dürfte in der Form in Deutschland einmalig sein und auch bleiben. Sicher gibt es viele Einzelerinnerungen, die auch in Büchern festgehalten worden sind, aber wo gelang es einer einzigen Person eine derartige Anzahl von 120 Zeitzeugen zu interwieven, um die Essenz der Gespräche in Form von Geschichten und Bildern in einem anschaulichen und ansprechend gestalteten Buch "zu komprimieren"? Vom Ersten Weltkrieg existiert auch nur ein Buch (Wolf-Rüdiger Osburg "Und du bist mitten im Krieg - Zeitzeugen des Ersten Weltkriegs erinnern sich), das in derartiger Fülle Zeitzeugen zu Wort kommen lässt.

Das Ergebnis dieses Projektes ist sicher auch eine spannende Ergänzung zu normalen Geschichtsbüchern in der Schule (d.h. warum nicht auch für eine Schulbibliothek als Hintergrundmaterial zur Verfügung stellen!) oder ein lebendiges Beispiel für das Miteinander von Generationen. Viele Söhne und Töchter von "Weltkriegsvätern" bereuen heute, dass sie nicht ausführlich über diese Zeit mit ihren Vätern gesprochen haben. Als Kinder hatten sie "keinen Kopf" dafür und jetzt ist der Vater tot. Für sie kann ein derartiges Buch auch ein Stück Heilung bedeuten.

Von den 120 Zeitzeugen sind bereits 110 verstorben. Alle haben dieses Buch als sinnvollen Beitrag angesehen und sich sehr über das Interesse an ihre schwere Weltkriegszeit gefreut. Sätze wie "Das glaubt uns ja doch keiner" oder "Wen interessiert das denn schon" konnte ich in zahlreichen Gesprächen relativieren. Galt es doch, einer Generation die Ehre zu geben, die als Jugendliche viel geben mussten und auch beim Aufbau des deutschen Staates tatkräftig dabei waren. Ihnen standen nach schweren Jahren keine Psychiater zur Seite, um die vielen Traumata aufzuarbeiten. Darum war es für sie wichtig, einfach nur zu erzählen, ohne dass einer das Erzählte bewertet bzw. das Tun und Handeln nachträglich in Frage stellt oder verurteilt. Sämtliche Zeitzeugen haben vor der Veröffentlichung ihre Beiträge "abgesegnet" und stehen somit vollkommen hinter dem Geschriebenen

Buchaufbau

So sichtete ich nach getaner Arbeit 120 Aufzeichnungen, in denen schwerpunktmäßig die jeweiligen Stationen und Einsatzbereiche der Zeitzeugen beinhaltet waren. Um mich nicht in immer wiederholende und für den Leser zahlenmäßig nicht zu fassende Einzelheiten zu verlieren, arbeitete ich aus den Befragungen in sich abgeschlossene Geschichten heraus, die er im Rahmen der Buchkonzeption in vier Kapitel gliederte:

1) Vor dem Einsatz,
2) Kriegsgeschehen,
3) doch Mensch geblieben und
4) Kriegsgefangenschaft.

In diesen Kapiteln brachte ich – zum Thema passend – die leihweise überlassenen Fotos aus den Privatalben der Zeitzeugen unter. Sie lockern das Geschriebene auf, aber geben auch eindrucksvoll Stationen oder typische Situationen wider (z.B. jeweils Doppelseiten über Afrikaeinsätze, Kriegsweihnacht oder Kriegstrauungen). Ein Zeitzeuge hat auch ein Zeichnungsheft erstellt, worin er eindrucksvoll Situationen in amerikanischer Gefangenschaft eindrucksvoll ausdrückt.

Die Abgrenzung zu den Kapiteln nehmen jeweils 24 Kurzbiographien vor, d.h. es wurden die Stationen der einzelnen Zeitzeugen in Kürze und sehr übersichtlich dargestellt (24 auf Doppelseite als Einschub zwischen den Kapiteln). Man sieht bei den biographischen Daten jeweils ein Bild als Soldat und eines, das den Soldaten 60 Jahre später zeigt, d.h. man kann den Zeitraum zwischen Gestern und Heute bildlich erkennen.

Ein interaktiver Bestandteil des Buches ist der Verweis von der Biographie auf die jeweilige(n) Geschichte(n) und umgekehrt. Am Beginn der Geschichte ist deshalb die Seitenzahl ersichtlich, die den Erzählenden bildlich zeigt bzw. welche Stationen er durchlaufen musste.

Das 5. Kapitel beinhaltet die Schilderung aus Sicht der amerikanischen Truppen, wie der Westwall in der Nähe von Aachen überwunden wurde. Eine Bilderserie eines ehemaligen US-Armee-Fotografen, an die ich durch Zufall kam, zeigen GIs in verschiedenen Situationen (Freizeit, Weihnachten, beim Arbeiten) nach diesem ersten Betreten von deutschem Boden im Oktober/November 1944. U.a. sieht man auch Dwight D. Eisenhower bei einem seiner ersten „Deutschlandbesuche“ - natürlich „gegen den Willen des Führers“.

Am Schluss erzähle ich auf einigen Seiten, wie das Buch entstanden ist, welche Schwierigkeiten und Hürden zu überwinden waren und was einem bei der Zeitzeugenarbeit so alles begegnen kann.

Aufgelockert wird das Geschehen durch lyrische Texte meiner Ehefrau Karin-Christiane (insgesamt 10), die in einfühlsamer Weise Krieg beschreibt – und was er für wen auch immer bedeutet. (Anmerkung: Das Feedback auf diese Christiane-Texte waren seitens der betroffenen Zeitzeugen teilweise so euphorisch, dass es immer einen breiten Platz im Rahmen der Gesamtzustimmung bzw. des „Gesamtlobs“ für meine Arbeit einnahm. Manches mal habe ich zu meiner Frau gesagt: Du kassierst das Lob und ich hatte die Arbeit.... :-) )

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass ich mich jeglicher persönlicher Wertung enthalte und die Geschichten für den Betrachter einfach so stehen lasse. Es wird nicht glorifiziert oder verharmlost, sondern es sollen in komprimierter Form Streiflichter im Leben der damaligen Soldatengeneration verdeutlichen bzw. das menschliche Umgehen mit und in extremen Situationen. (ISBN: 3-00-014237-1)

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Vorder- und Rückseite des Buches.
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